Blumenstrauß richtig auswählen

Haben Sie schon einmal vor den fertigen Sträußen im Blumenladen gestanden und gemerkt, dass der teuerste plötzlich gar nicht mehr wie die beste Wahl aussieht? Genau das passiert erstaunlich oft. Ein großer Strauß kann beeindruckend sein, aber vollkommen am Anlass vorbeigehen. Umgekehrt wirken fünf sorgfältig ausgewählte Blumen manchmal persönlicher als ein üppiges Arrangement. Für mich beginnt ein guter Blumenkauf deshalb nicht beim Preis, sondern bei einer einfachen Frage: Was soll dieser Strauß eigentlich sagen?

Nicht jeder schöne Strauß passt zu jedem Moment

Bei Geburtstagen darf ein Blumenstrauß lebendig sein. Farben, unterschiedliche Blütenformen und ein wenig Bewegung im Grün funktionieren hier meist besser als eine sehr strenge Komposition. Bei einem Jubiläum oder einem romantischen Anlass sieht die Sache anders aus. Dort kann eine bewusst reduzierte Auswahl stärker wirken. Rosen sind das klassische Beispiel, doch auch Ranunkeln, Pfingstrosen oder elegante Lisianthus können eine persönliche Botschaft transportieren, ohne sofort nach dem üblichen roten Rosenstrauß auszusehen.

Schwieriger finde ich Anlässe, bei denen Zurückhaltung gefragt ist. Für einen Krankenbesuch würde ich beispielsweise keinen riesigen, stark duftenden Strauß wählen. Er nimmt Platz weg, braucht eine entsprechend große Vase und intensive Düfte können unangenehm sein. Ein kleinerer, locker gebundener Strauß ist hier häufig die angenehmere Geste.

Die Person ist wichtiger als die Blumensprache

Über die Bedeutung einzelner Blumen wird viel geschrieben. Rote Rosen stehen für Liebe, weiße Lilien werden häufig mit Reinheit verbunden, Sonnenblumen wirken fröhlich. Solche Bedeutungen können hilfreich sein, sollten aber nicht wichtiger werden als der Mensch, der die Blumen bekommt.

Wenn jemand Sonnenblumen liebt, würde ich sie nicht deshalb ausschließen, weil irgendeine traditionelle Blumensymbolik für den Anlass eine andere Sorte vorsieht. Persönliche Vorlieben schlagen Regeln. Besonders gelungen wirken Sträuße, bei denen man erkennt, dass jemand hingeschaut hat: die Lieblingsfarbe, eine Blume aus dem eigenen Garten oder vielleicht dieselbe Sorte, die einmal beim ersten gemeinsamen Urlaub auf dem Hoteltisch stand.

Warum Saisonblumen oft die bessere Entscheidung sind

Beim Floristen frage ich gern zuerst, was gerade besonders schön hereingekommen ist. Das klingt banal, verändert die Auswahl aber deutlich. Saisonale Blumen sind häufig frischer, natürlicher verfügbar und bieten für dasselbe Budget mehr Spielraum.

Im Frühling greife ich gern zu Tulpen, Ranunkeln oder Anemonen, im Frühsommer zu Pfingstrosen. Später kommen Sonnenblumen, Dahlien und andere kräftigere Sorten ins Spiel. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf die Preisgestaltung. Wer einschätzen möchte, welche Preise für einen Blumenstrauß üblich sind, kann die Kostenfrage getrennt von der Auswahl betrachten. So lässt sich leichter entscheiden, ob das Budget besser in mehr Blüten, eine besondere Sorte oder eine aufwendigere Bindung fließen soll.

Ich würde einen Floristen übrigens nicht einfach mit „Machen Sie etwas Schönes“ losschicken. Zwei oder drei konkrete Angaben reichen bereits: Anlass, ungefähres Budget und gewünschte Stimmung. Noch hilfreicher sind kleine Hinweise wie „nicht zu romantisch“, „gern natürlich und locker“ oder „sie mag kein Rosa“.

Woran ich einen gelungenen Strauß erkenne

Ein guter Blumenstrauß muss nicht vollkommen symmetrisch sein. Im Gegenteil: Sehr kompakte, kugelrunde Sträuße wirken auf mich schnell förmlich. Für private Geschenke gefallen mir Arrangements besser, in denen einzelne Blüten etwas Raum bekommen.

  • Frische Schnittstellen und feste Stiele sind wichtiger als möglichst viele Blüten.
  • Blätter sollten nicht bereits schlaff oder fleckig aussehen.
  • Die Blüten dürfen unterschiedliche Höhen haben, wenn der Strauß locker wirken soll.
  • Weniger Sorten können hochwertiger aussehen als ein unruhiger Mix aus allem, was gerade verfügbar ist.

Auch die Verpackung spielt eine Rolle. Viel Folie, Schleifen und Dekoration machen einen Strauß nicht automatisch wertvoller. Gerade bei schönen Blumen reicht oft schlichtes Papier. Zu Hause wird die Verpackung ohnehin entfernt – übrig bleiben die Blumen.

Wann ein kleiner Strauß genau richtig ist

Eine der häufigsten Fehlannahmen lautet, dass ein Geschenkstrauß groß sein müsse. Bei einer Einladung zum Abendessen, einem Dankeschön für eine Kollegin oder einem spontanen Besuch kann ein kleiner Strauß sogar charmanter wirken. Die Angemessenheit entscheidet stärker als die Größe.

Bei bedeutenden Ereignissen darf es natürlich großzügiger werden. Ein runder Geburtstag, ein Hochzeitstag oder eine bestandene Abschlussprüfung verträgt einen auffälligeren Strauß. Trotzdem würde ich das vorhandene Budget lieber in gute Blumen und eine saubere floristische Arbeit investieren als ausschließlich in Volumen.

Ein guter Blumenstrauß erzählt ein kleines Stück Beziehung

Am längsten bleiben mir nicht die größten Sträuße in Erinnerung. Es sind diejenigen, bei denen eine Entscheidung erkennbar war. Eine bestimmte Farbe, eine ungewöhnliche Blüte oder sogar ein bewusst schlichter Bund Tulpen kann zeigen, dass der Schenkende den Empfänger kennt.

Vielleicht ist genau das der angenehmste Gedanke beim Blumenkauf: Man muss nicht den perfekten Strauß nach irgendeiner Regel finden. Man sollte nur vermeiden, Blumen wie ein beliebiges Geschenk von der Stange auszuwählen. Ein Strauß wird persönlich, sobald hinter seiner Auswahl ein Gedanke steckt. Und dieser Gedanke ist am Ende oft sichtbarer als zehn zusätzliche Rosen.

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