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Der Modelleisenbahner

Der Modelleisenbahner

Nicht alle Modelleisenbahner sind gleich. Viele Personen interessieren sich für den Betrieb ihrer Modellbahnen; andere hingegen sammeln spezielle Lokomotiven, Waggons oder Zubehör einer bestimmten Epoche bzw. eines bestimmten Herstellers. Es gibt auch Modellbahner, die sich mit dem Um- sowie dem Selbstbau von Fahrzeugen beschäftigen. Auch die Ansprüche an den Umfang der Nachbildung des Originals unterscheiden sich in vielen Fällen deutlich.

Aufgrund hoher Auflagen, sinkender Sammlerzahlen und einer vielfach sehr guten Verfügbarkeit (zum Beispiel über Internetauktionshäuser) steigt der Sammlerwert der heutigen Modelleisenbahnobjekte kaum noch an. Wenige, einzigartige und besonders ältere Objekte und Bahnen, die noch in einem guten oder einwandfrei restaurierten Zustand erhalten sind, können jedoch immer noch hohe Preise erzielen.

Der weltweite Um- und Selbstbau von Modelleisenbahnen, Waggons und Zubehör hat an Bedeutung verloren. Dieser Rückgang ist dem großen Angebot an industriell hergestellten Produkten geschuldet. Die Veränderung der klassischen Berufsbilder (weniger handwerkliche Berufe wie zum Beispiel Feinmechaniker oder Elektroniker) trägt ebenfalls zu dieser Entwicklung bei. Immer noch weit verbreitet sind hingegen der Heimanlagenbau, der Modulbau sowie der Bau von Anlagen in Modelleisenbahnvereinen.

Für ausgestaltete Modellbahnanlagen haben sich drei typische Formen herauskristallisiert, die teilweise auch kombiniert werden können:

1.Typ:

Der erste Typ ist der einfachste und auch bekannteste. Er besteht aus einer rechteckigen Holzplatte, an deren Rand ein ein- oder mehrgleisiges Gleisoval verlegt wird. Die Kurvenradien bestimmen die Breite der Platte. Die Länge der Züge, die in den Bahnhof passen sollen, bestimmt die Länge der Platte. Für diese Konstruktion taucht vereinzelt die Bezeichnung Türblattanlage auf, da die Größe der Anlagen oft 200 x 80 cm beträgt. Einem einheitlichen, wenig vorbildgerechten aber spieltauglichen Muster folgt die weitere Ausgestaltung, die sich aus Platzgründen fast komplett im Inneren des Kreises befindet. Vorne wird ein weiteres Bahnhofsgleis platziert, dahinter das Empfangsgebäude des Bahnhofes. An einer Seite wird ein Lokschuppen oder eine Drehscheibe montiert. Ein weiteres Gleis führt im Zweck eines Ladegleises zu einer Firma in die Anlagenmitte. In einer oder in beiden hinteren Ecken befindet sich ein Berg mit einem Tunnel. Der Zwischenraum ist mit Häusern gefüllt, die oft nicht dem selben Baustil zugeordnet werden können.

2.Typ:

Dieser Typ ist etwas seltener vorzufinden. Er kennzeichnet sich durch Anlagen, die in einer gewissen Form dem Wandverlauf im Raum folgen. Das heißt es sind Anlagen in L-, U-, T-, E- oder noch komplexeren Formen. In verhältnismäßig engen Räumen wird auf diese Weise die Unterbringung von Landschaften ohne Gebäuden und sehr großer Kurvenradien, die teilweise zwei Meter betragen, ermöglicht. Außerdem wird es möglich, den Bahnhof komplett mit Stellwerken, Güterschuppen und langen Netzlängen auszustatten. Um realistischen Pendelverkehr oder Warentransporte nachzustellen, ist es möglich, an einem anderen Raumende einen zweiten Bahnhof unterzubringen. Wenn der Platz hinter dem Bahnhof keine Kehrschleife zulässt oder die nötigen Rangierbewegungen als zusätzlicher Spielspaß angesehen werden, kann der Bahnhof als Kopfbahnhof fungieren. Beliebt sind auch sogenannte Schattenbahnhöfe, in denen die Züge abgestellt werden können. Große Anlagen dieses Typs werden in Segmente unterteilt, die getrennt werden können. Meistens werden sie hintereinander aufgebaut, was das Befahren einzelner Teile der Anlage, die noch nicht vollständig fertiggestellt wurden, ermöglicht. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Wartungs- oder andere Arbeiten durchgeführt werden können.

3. Typ:

Modulare Anlagen werden als Königsdisziplin der Modellbahn angesehen. Hierfür werden kleine, zusammenpassende Anlagengruppen gebaut, die am Ende durch Endstücke beliebig kombinierbar sind und miteinander verbunden werden können. Diese Anlagen können problemlos auf- und abgebaut werden. Der Platz der Unterbringung ist daher unbedeutend. Teilweise beanspruchen sie eine Nutzlänge von zehn Metern oder mehr. Nicht jedes Modul muss auf der selben Platte untergebracht werden. Die Module können auch unabhängig voneinander auf verschiedenen Platten betrieben werden, was vielfältige Kombinationsmöglichkeiten erlaubt. Der Freundeskreis Europäischer Modellbahner (FREMO) ist einer der bekanntesten überregionalen Vereine, der sich mit dem Modulbau beschäftigt.